Worms – „Flüchtlingsmahl“ am 10. 9.

„Flüchtlingsmahl“

Unter diesem Motto zeigen Aktive aus dem „Helfer-und Unterstützerkreis Asyl Worms“ anlässlich der Stadtratssitzung am 10. September 16.30 Uhr bis 18 Uhr, vor dem Wormser Rathaus eine Installation zur Ernährung von Flüchtlingen in Wormser Gemeinschaftsunterkünften. Wir wollen das Recht auf selbstbestimmte Ernährung einfordern und die Stadt Worms an ihre Zusage erinnern, die Vollverpflegung durch den Geldbetrag zu ersetzen, der im Asylbewerberleistungsgesetz vorgesehen ist.

Im Vorfeld der Aktion werden die Stadtratsmitglieder mit einem „Offenen Brief“ eingeladen, die Installation anzusehen und mit den Flüchtlingen zu sprechen, die an dieser Aktion teilnehmen.

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Offener Brief an die Fraktionen im Wormser Stadtrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Stadt Worms hat angekündigt, die Vollverpflegung von Asylsuchenden in den Wormser Gemeinschaftsunterkünften aufzugeben und den Flüchtlingen die Möglichkeit zu geben, selbst für ihre Ernährung zu sorgen.

Damit geht die Stadtverwaltung einen Weg, der – außer in Neustadt und in der Vulkaneifel – in anderen Städten und Kommunen in Rheinland-Pfalz längst praktiziert wird.

Dort wurde erkannt:

  • Selbstverpflegung ist kostengünstiger, weil Personalkosten, Kosten für Transport, Aufwärmen des Catering-Essens, … eingespart werden können;
  • Selbstverpflegung ist ein wichtiger Schritt, um eine selbstbestimmte, eigenverantwortliche, aktive Lebensführung von Flüchtlingen zu fördern, die nicht nur für einige Monate, sondern oft über mehrere Jahre in der Gemeinschaftsunterkunft wohnen müssen.

Inoffiziell kochen die Asylsuchenden in den Gemeinschaftsunterkünften auch in Worms schon täglich:

In der Männerunterkunft werden Montags Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Reis, Nudeln, Eier, Dosengemüse ausgegeben, die nicht roh zu verzehren sind.

In der Familienunterkunft werden darüber hinaus für das Wochenende Lebensmittel ausgegeben, weil das Catering-Unternehmen Samstags und Sonntags kein Essen in dieses Heim liefert.

Offiziell heißt es jedoch: Brandschutz-Bestimmungen erlauben kein Kochen und Braten in den spärlich ausgestatten, aber immerhin vorhandenen Küchen der Flüchtlings-Unterkünfte.

Dieser Widerspruch verstärkt den Unmut bei der Mehrheit der Asylsuchenden in den Gemeinschaftsunterkünften, die immer wieder Kritik an Qualität und Quantität des Essens äußern. So schickten Familien von Asylsuchenden Anfang Mai einen gemeinsamen Brief an Herrn Herder und baten um die Möglichkeit, sich selbst verpflegen zu können.

Der „Helfer-und Unterstützerkreis Asyl Worms“ appelliert deshalb an den Stadtrat und an die Geschäftsführung des ASB, die angekündigte Umstellung von Voll-auf Selbstverpflegung nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern bereits in den nächsten Wochen zu realisieren.

Wir würden gern mit Ihnen persönlich sprechen und laden Sie zu unserer kleinen Ausstellung „Flüchtlings-Mahl“ vor dem Rathaus am 10. September von 16.30 Uhr bis 18 Uhr ein.

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