Über uns

Ein kurzer Film über uns uns unsere Arbeit, entstanden im Rahmen unser erfolgreichen Teilnahme am Deutschen Integrationspreis 2018

 


Das Netzwerk, die konkrete Solidarität und das Projekt Teachers on the Road

Der gemeinnützige Verein Netzwerk Konkrete Solidarität (NKS) und seine Projekte wie Teachers on the Road   unterstützt Geflüchtete und Migrant*innen besonders in den Bereichen Bildung und Kultur, Autonomie und Teilhabe am politischen, kulturellen und sozialen Leben.

Recherche- und Aufklärungsarbeit über politische, behördliche und gesellschaftliche Zustände, die den Zugang zu Bildung, Kultur und die Autonomie von Geflüchteten und Migrant*innen erschweren oder verhindern, gehört natürlich auch dazu.

Das Netzwerk setzt sich aus Bürger*innen, Migrant*innen, Schutzsuchenden und vielen weitern Menschen und Organisationen aus Frankfurt, anderen Städten und Gemeinden zusammen.

Wir sind der Ansicht, dass alle Menschen, die fliehen, einen Grund dafür haben. Flucht ist individuell und es obliegt weder einer natürlichen Person noch staatlichen Strukturen diese Entscheidung zu bewerten. Der Status eines Menschen ist für uns nicht relevant.

Alle sind willkommen.

In den Strukturen Nationalstaat und Grenzen sehen wir Abschottung und Ausgrenzung – es sind letztendlich Gewaltakte. Nationalismus und Rassismus werden durch diese Strukturen ermöglicht und institutionell gefestigt. Abschiebungen sind Zwang und menschenverachtend.

Wir gehen konkret und solidarisch gegen Missstände vor. Durch Veranstaltungen soll in der Gesellschaft und Politik eine Sensibilisierung für das Thema Flucht, Migration und Integration gefördert werden. So gehen wir zum Beispiel gegen fehlerhafte Asylbescheide und Menschenrechtsverletzungen in Unterkünften vor oder setzen uns für das Bleiberecht ein.


Das Projekt Teachers on the Road

Die Notwendigkeit des Projekts Teachers on the Road ist durch eine menschenunwürdige Einwanderungspolitik Deutschlands und der EU entstanden. Wir besuchten Menschen in mehr als 70 Unterkünften in Rheinland-Pfalz und Hessen und befragten sie nach ihren Anliegen. Die meisten äußerten den dringenden Wunsch, schnell Deutsch zu lernen.

Das ehrenamtliche Engagement beginnt da einzugreifen, wo der deutsche Staat seine Verantwortung gegenüber Geflüchteten nicht oder nur unzureichend wahrnimmt.

Wir möchten Geflüchteten und Migrant*innen die Möglichkeit bieten, Deutsch zu lernen und dadurch ihrer sozialen, kulturellen und räumlichen Isolation entgegenwirken. Die Kurse, die ausschließlich außerhalb von Unterkünften angeboten werden, sollen den Teilnehmer*innen die Möglichkeit geben sich mit anderen zu vernetzen, Kontakte und Freundschaften zu schließen und ihnen einen sicheren Raum bieten. Die Teachers sind dabei moderierend, unterstützend und kooperierend tätig. Wir sind keine Schule und nicht autoritär, nicht belehrend, sondern anregend.

Die Ermutigung der Teilnehmer*innen zur Selbstorganisation, zur Autonomie, soll immer im Mittelpunkt allen Engagements stehen. Daher führen wir auch keine Teilnehmer*innen-Listen, denn Kontrolle widerspricht der Autonomie. Die Deutschkurse dienen in erster Linie dazu, alltagsrelevante Deutschkenntnisse zu vermitteln. Sie sind eines der Mittel um der Isolation entgegenzuwirken. Wir nennen dies Isolationbreaking und verstehen es als einen ersten Schritt hin zu Autonomie und Selbstbestimmung. Wir unterstützen Geflüchtete dabei, das Gefühl der Macht- und Einflusslosigkeit zu überwinden und ihre Gestaltungsmöglichkeiten und Ressourcen wahrnehmen und nutzen zu können.

Es ist weder unser Ziel, dass die Teilnehmer*innen ein offizielles Sprachniveau erreichen, noch übernehmen wir originäre Aufgaben des Staates. Bei uns geht es um Inklusion, Dialog und Freude an der gemeinsamen Sache. Es geht um Vergesellschaftung. Damit ist der Prozess gemeint, der aus Individuen Gesellschaftsmitglieder macht, indem er sie in einen sozialen Zusammenhang aufnimmt. Wir sehen Menschen, die hier in dieser Gesellschaft leben, unabhängig der Dauer ihres Aufenthaltes, als Bürger*innen, auch wenn die staatlichen Strukturen stark differenzieren und elementare Bürger*innenrechte vielen hier lebenden Menschen verwehrt.

Alle Interessierten, die neugierig auf neue Ideen, unkonventionelle Lösungen und spannende gesellschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten sind, sowie Freude an der Mitgestaltung von dezentralen Strukturen und am Austausch mit Schüler*innen und Teachern haben, sind eingeladen, das Netzwerk Konkrete Solidarität und seine Projekte zu unterstützen. 

Sprachvermittlung und politische Interventionen spielen in unserem Projekt notwendigerweise zusammen.


Unsere Politik und Ziele

Bildung stellt eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben dar. Wir leisten Bildungsarbeit durch das Anbieten und Fördern von Sprachkursen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Vermittlung der deutschen Sprache. Darüber hinaus vermitteln wir Bildungsinhalte, die geeignet sind, schulische, ausbildungsorientierte oder universitäre Zugänge zu ermöglichen.

Abhängig von den Bedürfnissen und Anregungen von Geflüchteten und Migrant*innen in den verschiedenen Städten, unterstützen wir bei der Arbeits-, Ausbildungs- und Weiterbildungssuche, bei Behördengängen und bei sonstigen Problemen mit Behörden und Verwaltung.

Wir unterscheiden nicht zwischen Wirtschafts- oder Kriegsgeflüchteten, denn jede Flucht ist politisch. Geflüchtete sind alle Menschen, die sich gezwungen sehen ihr Herkunftsland zu verlassen. Der objektive Grund ist irrelevant. Einzig der subjektive Aspekt der Geflüchteten ist für uns ausschlaggebend.

Wir fordern gleichberechtigte Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen, uneingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung und eine gesetzliche Krankenversicherung für alle, ab Beginn des Aufenthaltes.

Wir fordern die uneingeschränkte Übernahme der Kosten von Dolmetscher*innen im medizinischen Bereich und bei Behördengängen sowie uneingeschränkten Zugang zu freiem Internet.

Wir fördern und führen Maßnahmen durch, die das Verständnis für Geflüchtete, Migrant*innen und sonstige benachteiligte Menschen in Politik und Gesellschaft wecken.

Wir unterstützen Veranstalter*innen regionaler, nationaler und internationaler Kongresse, Treffen und Konferenzen und fördern die Teilnahme an diesen.

Wir fordern die Schließung aller Container- und Sammelunterkünfte sowie Zeltstädte. Jeder Mensch hat das Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung. Schutzsuchende sollen selbst entscheiden können, wo und wie sie wohnen möchten. Somit setzen wir uns für eine dezentrale und frei gewählte Unterbringung ein.

Einer Ghettoisierung stehen wir entgegen (Isolationbreaking).

Bezahlbarer Wohnraum muss für alle Menschen, unabhängig ihrer Nationalität, zur Verfügung stehen.

Wir fordern

  • die Schließung aller Container, Sammelunterkünfte und Zeltstädten
  • eine selbstbestimmte, dezentrale Entscheidung über den Wohnort und Art des Wohnsitzes (europaweit)
  • die Unterbringung in Wohnungen
  • den Zugang für bezahlten Wohnraum für alle und Errichtung von Sozialwohnungen

Weitergehende Forderungen

  • Kommunales Wahlrecht für alle Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität
  • Den Begriff „sichere Herkunftsländer“ lehnen wir ab
  • Dublin III Verordnung abschaffen
  • Globale Bewegungsfreiheit innerhalb und außerhalb von territorial definierten Grenzen
  • FRONTEX abschaffen
  • Offenes Europa ohne Grenzen
  • Sichere Fluchtrouten und visumfreie Flugmöglichkeiten in die EU
  • uneingeschränkter Familiennachzug

Schaut euch auf unserer Website um. Es gibt interessante Informationen über die Entstehung, Ausführung und den Umfang der Projekte. Wir haben auch viele Presseberichte, die sich zu lesen lohnen, bereit gestellt. Unter dem Reiter Infos finden sich hilfreiche Informationen unter anderem zu Interview & Asylum, die Anhörung beim BAMF sowie Informationen speziell für Geflüchtete aus Afghanistan (bereitgestellt von Pro Asyl).

 

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