Offener Brief der Refugees for Change an die Stadt Wetzlar und Aufruf zur Demonstration am 17. Juli um 10 Uhr

Demonstration, Freitag, 17. Juli, 10 Uhr

Wetzlar Bahnhof

Wir verlangen von der Stadt Wetzlar die Anerkennung unserer Rechte und unserer Menschenwürde, ohne jegliche Form von Rassismus oder Diskriminierung, und ohne dass sie Bedingungen daran knüpft, so wie es nach deutschem Gesetz rechtmäßig wäre. Wir verlangen, dass Recht und Gesetz auf alle Menschen gleichermaßen angewandt werden. Man werfe einen Blick in das Grundgesetz. Wir möchten glauben, dass es mehr wert ist, als das Papier auf dem es gedruckt wurde.

Es haben bereits 2 junge Flüchtlinge ihr Leben hier gelassen, und wir betrachten sie als unsere Brüder. Sie wurden tot im Fluss dieser wunderschönen Stadt aufgefunden. Man sagt uns, es handele sich wohl um Selbstmord. Doch die Frage drängt sich auf, was diese beiden jungen Menschen zu so einer verzweifelten Tat getrieben haben könnte. Die Antwort fanden wir in dem Rassismus und der Marginalisierung, die von den Behörden der Stadt Wetzlar ausging.

Sie haben aus unserer Sicht die unschuldigen Todesopfer zu verantworten. Wir möchten daran erinnern, dass wir eritreischen Flüchtlinge hier in Deutschland nicht auf der Suche nach Wohlstand, sondern nach Schutz und Frieden sind. Warum hätten wir aus ökonomischen Gründen unser Land verlassen sollen? Wir hätten in Eritrea glücklich und zufrieden leben können. Allerdings hat ein Diktator uns unserer Demokratie und unserer Rechte beraubt, und wir waren zur Flucht gezwungen. Es geht uns nicht um die 325 Euro, die man hier pro Monat bekommt. Es geht darum wie ein Mensch behandelt zu werden, und nicht isoliert und marginalisiert zu werden. Es geht um eine Zukunft. Uns kommt es so vor als wolle man sich aus der Verantwortung ziehen, aber so kommen wir nicht weiter. Wir sagen hier klipp und klar, auch gegenüber der deutsch Regierung, dass wir nicht aufhören werden friedlich für unsere Rechte einzustehen. Wir verweisen auf das Genfer Abkommen über die Rechtstellung der Flüchtlinge von 1951 und bitten dieses zu beachten.

Wir lassen uns nicht länger zum Schweigen bringen oder in Angststarre versetzen. Wir werden durch die Straßen ziehen und laut sein. Alle sollen von dem entwürdigenden Spiel erfahren, mit dem die Wetzlarer Behörden unsere Zukunft verspielen. Die Zukunft von Menschen, die sich nicht wehren können. Die Marginalisierung muss aufhören; und wir lassen uns auch nicht in Flüchtlinge erster und zweiter Klasse aufteilen und spalten, sondern stehen solidarisch zusammen. Wir bitten jeden einzelnen und jede Gruppierung oder Partei unsere schwache Stimme mit seiner zu verstärken. Jeder, der etwas bewegen will, jeder, der eine echte Veränderung will, ist wilkommen sich uns anzuschließen, Empathie für unser Leid aufzubringen. Unsere Herzen sind offen, unsere Hände ausgestreckt. Wilkommen bei Refugees 4 Change!

Kontakt: rifugiati.milano@gmail.com

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