Das Projekt Teachers on the Road


In unseren kostenlosen, offenen und niedrigschwelligen Kursen lernen die Teachers on the Road zusammen mit Geflüchteten und Migrant*innen die deutsche Sprache.

Mit derzeit ca. 100 Ehrenamtlichen organisieren wir täglich Kurse in Frankfurt/Main und weiteren Städten. Unsere Angebote schaffen Raum für ein wertschätzendes Miteinander, für Vernetzung und gelebte konkrete Solidarität. Wir unterstützen bei den Themen Ausbildung, Arbeit, Asyl, Wohnung sowie in finanziellen Notlagen und ganz praktischen Alltagsdingen. Außerdem finanzieren wir ÖPNV-Tickets und ermöglichen so Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe.

Die Deutschkurse verstehen wir als ein Mittel, räumliche und soziale Isolation von Geflüchteten zu durchbrechen. Daher finden unsere Kurse immer außerhalb von Unterkünften statt und sind sehr auf den praktischen Sprachgebrauch im Alltag ausgerichtet.

Teachers on the Road ist ein Projekt des Vereins „Netzwerk Konkrete Solidarität e.V“. Dieser unterstützt die Stadtteilgruppen finanziell und administrativ. So finanziert der Verein beispielsweise Lehr- und Lernmaterialien, trägt in Einzelfällen zur Raummiete bei, stellt Gelder für soziale Veranstaltungen zur Verfügung und bezahlt Monatsfahrkarten für Kursteilnehmer*innen, damit sie die Stadtteilkurse außerhalb der Einrichtungen auch gut erreichen können.

Das Projekt Teachers on the Road läuft nun bereits seit über 3 Jahren. Im Jahr 2015 hat es zwei Integrationspreise gewonnen – den des Landes Hessen und den der Stadt Frankfurt. Im Frühjahr 2016 hat der Verein für das Projekt den Preis „Darmstädter Impuls“ der Entega-Stiftung erhalten. 2018 schließlich wurde das Projekt Finalist*in im Deutschen Integrationspreis.

Du willst bei uns als Teacher*in mitmachen? Wunderbar! Auf unserer Seite „Mitmachen“ gibt’s alle Infos dazu!

Öffentlichkeitsarbeit

Ehrenamtliche aus dem Verein betreiben darüber hinaus Öffentlichkeitsarbeit durch Vorträge und Workshops. Im März 2016 haben wir u.a. einen Workshop zu Bildung und Isolationbreaking bei der „No border last forever Konferenz“ gehalten, im Dezember 2016 an einer Podiumsdiskussion zu zivilgesellschaftlichem Engagement in Deutschland und Syrien von Adopt a Revolution teilgenommen und Anfang des Jahres 2017 mit Bärbel Schäfer im Jüdischen Museum über Flüchtlingsarbeit in Frankfurt diskutiert.

Aus der Zusammenarbeit mit Moving Europe ist eine Fotoausstellung und ein Film entstanden, den wir bereits auf verschiedenen Veranstaltungen und Foren gezeigt haben. Da viele unserer Kursteilnehmer*innen in Griechenland oder Italien ähnlichen Situationen erlebt haben, sind diese Dokumentationen geeignet, der deutschen Öffentlichkeit zu vermitteln, warum sie nach Deutschland gekommen sind und wie ihre Fluchterfahrung war. Die Fotos und der Film wurden erstmals im Rahmen des Festivals Fluchtpunkt im Oktober 2016 in Frankfurt gezeigt. Das Festival wurde in Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Frankfurt und Pro Asyl organisiert.

2019 haben wir gemeinsam mit unserem Projektpartner medico international die Wanderaustellung „Yallah!?“, an der NKS wesentlich mitgearbeitet hat, hier in Frankfurt gezeigt. In den vier Wochen Ausstellungszeit haben wir ein vielfältiges Programm rund um das Thema Flucht und Migration auf die Beine gestellt.

Im Zuge der Teilnahme beim Deutschen Integrationspreis 2019 haben die Teachers on the Road eine sehr erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne durchgeführt: https://www.startnext.com/teachers-on-the-road

Politische Arbeit

Wir verstehen uns als politisches Bildungsprojekt. Alle Menschen, die hier leben, sollen auch Teil dieser Gesellschaft sein können. Die Sprache ist einer der Grundbausteine gesellschaftlicher Teilhabe.

Teachers on the Road hat sich immer als politisches Projekt verstanden, das Geflüchteten auch eine politische Stimme geben will. Im Jahr 2016 wurden zum Beispiel zwei politische Initiativen von Geflüchteten unterstützt: die Aktionen von Women in Exile im Frankfurter Raum und die Demonstration von Refugees for Change in der Frankfurter Innenstadt.

2019 haben wir uns am bundesweiten Aktionstag „We’ll come united“ aktiv beteiligt (Redebeitrag auf der Abschluss-Kundgebung).

 

Weitere Aktivitäten

Neben dem Teachers on the Road-Projekt leisten Aktive in unserem Netzwerk im Rahmen des „Accompany-Teams“ auch Einzelfallhilfe. Das Accompany-Team bietet Unterstützung bei Behördenbesuchen an und unterstützt auf diese Weise teachers, die immer wieder von ihren Kursteilnehmer*innen um Hilfe beim Kontakt mit Ämtern gebeten werden.

Eine „Bewerbungsgruppe“ unterstützt Teilnehmende aus den Kursen bei der Jobsuche und hilft bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen.

Im Verein Netzwerk Konkrete Solidarität e.V. und bei den Teachers On The Road engagieren sich alle ehrenamtlich.

Kontakt: kontakt@nksnet.org

 

… und wie alles begann

Im Frühjahr 2013 starteten wir eine Tour durch mehr als 70 Flüchtlingsunterkünfte in ganz Rheinland-Pfalz und Hessen. Dabei stießen wir auf zahlreiche Missstände: Völlig überbelegte und teilweise heruntergekommene Sammelunterkünfte und Lager, eine mangelnde medizinische Versorgung, kein Internetzugang und oft keine Möglichkeit für die Flüchtlinge, Deutsch zu lernen. Dies bedeutet für die Menschen häufig völlige Isolation.

Wir befragten die Flüchtlinge auf unserer Tour nach ihren Anliegen. Am häufigsten wurde von ihnen der Wunsch geäußert, möglichst schnell Deutsch zu lernen.

Bereits im Mai 2013 starteten wir daraufhin unser Projekt Teachers on the Road, mit dem Ziel, die Isolation der Flüchtlinge zu durchbrechen und ihnen durch regelmäßigen Deutschunterricht mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.


Das Projekt läuft nun bereits seit 5 Jahren. In Frankfurt am Main, Oberursel, Offenbach, Mainz, Ludwigshafen, Darmstadt und Groß-Gerau gründeten sich Teachers-Gruppen, die Geflüchtete bis zu fünfmal wöchentlich unterrichten. Im pfälzischen Germersheim gründete sich im Laufe der Tour sogar ein eigenes großes Flüchtlingsprojekt, das neben den Deutschkursen auch viel Einzelfall- und Öffentlichkeitsarbeit leistet. Seit dem Projektstart unterrichteten etwa 300 Teachers mehr als 700 Flüchtlinge in Hessen und Rheinland-Pfalz, 150 davon in Frankfurt. So organisierten wir etwa die Deutschkurse für die in Frankfurt gestrandeten Lampedusa-Flüchtlinge, die in der Gutleutkirche untergebracht waren. Zweimal täglich und fünfmal wöchentlich konnten diese Flüchtlinge über mehrere Monate hinweg unser Angebot wahrnehmen.


 

Das Projekt Teachers on the Road/ Netzwerk Konkrete Solidarität ist rein ehrenamtlich organisiert. Wir finanzieren uns über Spenden und Zuwendungen von Stiftungen.

Spendengelder geben wir hierfür aus:  Wir organisieren Material und Räume für den Deutschunterricht. Wir kaufen ÖPNV-Tickets für Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe. Wir setzen uns für die Rechte geflüchteter Menschen ein und unterstützen sie bei Asylverfahren. Und wir machen mit unserer Öffentlichkeitsarbeit auf die Realität europäischer Migrationspolitik aufmerksam und setzen uns so für mehr Menschlichkeit und Miteinander ein.

Spenden.

Da der administrative Aufwand für ein solches Projekt sehr hoch ist, haben wir ein Büro im Frankfurter Gutleutviertel zur Mitbenutzung. Zur Deckung der Miete und für die Infrastruktur sind wir auch hier auf deine Zuwendungen angewiesen.

 Wenn Du bei uns als ehrenamtlicher Teacher mitmachen möchtest, findest du unter der Rubrik »Mitmachen« alle wichtigen Infos.

Unter der Rubrik »Standorte« findest du eine Übersicht über alle Teachers-Gruppen

Du möchtest gerne auf unseren Verteiler oder willst an die allgemeine Gruppe schreiben? Kontakt@nksnet.org

 

Wir verstehen uns als politisches Bildungsprojekt: Alle Menschen, die hier leben, sollen auch Teil dieser Gesellschaft sein können. Dafür setzen wir uns ein.

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